Ein Deutscher über NPD, Islamismus und Barack Obama

Den Start macht René, ein Deutscher.

Uglytek: Wo kommst du her?

René: Sachsen, Deutschland

Uglytek: Sachsen soll ja eine NPD Bastion sein?

René: In gewisser Weise stimmt das wenn man sich die Wahlergebnisse anschaut…was möglicherweise auf die geringe Wahlbeteiligung zurückzuführen ist

Uglytek: woher kommt das deiner Meinung nach das eher im Osten die Rechten stärker sind?

René: weil es den Menschen im Osten schlechter geht als im Westen…daraus entstehen Konflikte im menschen und viele menschen suchen sich halt „starke Gruppen“ um den für sie persönlichen Buh-mann zu widerstreben….dem System

Uglytek: Könnte man das auf die DDR zurückführen?

René : die einstellung oder die situation finanziell?

Uglytek: Beides

René: ich glaube nicht dass die einstellung auf die DDR zurückzuführen ist da es ja meist jüngere menschen betrifft die mit der damaligen zeit nichts zu tun haben….die finanzielle situation hat sicher noch was mit damals zu tun….was da aber genau dahinter steckt und wieso das nicht endlich angeglichen wird an den westen übersteigt mein hintergrundwissen

Uglytek: Wieso denkst du sind die Menschen, jetzt nicht nur in Deutschland sondern Europaweit so sehr für Themen wie „Moscheenbau“ und „Islamismus“ zu haben? Allein wegen dem 11. September?

René ‎: ich glaube dass viele menschen einfach jemanden brauchen auf dem sie rumhacken können….das waren früher juden und nun sind es die islamisten….was der 11te septemer sicher noch unterstützt hat. Das ist so ca vergleichbar mit einer klassensituation in der schule nur globaler

Uglytek: Du sagst also das radikalislamisten sich in das eigene Bein schießen?

René: ‎ nein tun sie nicht….sie nehmen nur den islamismus als rechtfertigung…..wirkliche islamisten würde solche taten nie begehen

Uglytek:
Wird es deiner Meinung nach eine Besserung geben, jetzt wo Barack Obama das Szepter in der Hand hält?

René :
das bleibt mal abzuwarten…da irgendwelche prognosen zu geben liegt nicht in meinem aufgabenbereich und übersteigt auch meinen wissensstand

Uglytek:
Alles Klar, letzte Frage: welche Partei wählst du bzw wie ist deine politische Einstellung im Allgemeinen

René: a) weiß ich das nie so genau weil ich mir das immer mal anhör bei jeder wahl b) machen eh alle das selbe von den extemistischen parteien abgesehen und meine politische eintsellung im allgemeinen…hm…..goldene mitte würd ich sagen^^

—–

René ist 22 Jahre alt und Auszubildender

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18 Antworten to “Ein Deutscher über NPD, Islamismus und Barack Obama”

  1. almedin Says:

    ein bisschen problematisch finde ich das

    „das waren früher juden und nun sind es die islamisten“

    für so eine aussage würde es in österreich empörung regnen, schließlich stellst du die situation „der juden“ von „früher“ (nationalsozialismus?) mit der verfolgung von zumindest teilweis-terrotisten gleich.

    vielleicht sollten die interviews vorher gegen-gelesen und korrigiert werden.

  2. richie10x6 Says:

    Hier darf jeder sagen was er will… wir stellen garkeinen Anspruch auf irgendwelche politische Korrektheit. René auf das angeschrieben meint:

    René ‎(19:21):
    ich vergleich in keinster weise juden und terroristen sondern juden und islamisten
    das problem deiner leser ist dass sie islamisten und terroristen auf eine stufe setzen

  3. almedin Says:

    persönlich braucht mich hier keiner angreifen. bleiben wir sachlich: islamisten und terroristen auf „eine stufe stellen“ geht auch gar nicht, wozu? ich rege nur an, dass es ein gefährlicher vergleich ist, schließlich sind menschen, die israel auslöschen möchten (hisbollah, hamas, iran, …) für mich terroristen.
    juden, nun, das sind menschen jüdischer konfession. welchen grund haben die den europäern gegeben, sie zu verfolgen?

  4. Dein Problem ist dass du nicht siehst das Gruppierungen wie die hisbolla oder die hamas nur den islamismus vorschieben um ihre territorialen und kriegtreiberischen absichten zu rechtfertigen

  5. Die Aussage, dass wegen Moscheenbau, Islamisierung etc. nur so gewettert wird, weil die Leute Sündenböcke brauchen, halte ich überhaupt für gefährlich. Frag mal die Leute auf der Straße: Die werden sagen, dass sie ein Problem mit den Bräuchen/Gewohnheiten dieser Zuwanderer haben (sehr ausgeprägter Ehrkodex, niedrige Stellung der Frau), die sich mit unseren einfach nicht vertragen, dass diese Zuwanderer mehr werden und oft keine Anzeichen von Integration zeigen. Soll man das als positive Entwicklung sehen, solange man an absolute Menschenrechte (körperliche und geistige Freiheit, Redefreiheit, Gleichheit der Geschlechter, …) glaubt?

  6. almedin Says:

    die integration von zugewanderten ist da nochmal ein anderes thema und hat nicht unbedingt etwas mit islamisierung zu tun, zumal es ja noch sehr wohl nicht-moslemische zugewanderte gibt.
    ich möchte noch beim vorherigen thema bleiben. „gruppierungen“ wie hisbollah oder die hamas (übrigens beide haben statuten, letztere ist regierungspartei im gaza-streifen), schieben den islam als religion ja nicht „vor“. das macht niemand in der s.g. islamischen welt. die meinen das ernst, jeder atemzug ist voll von überzeugung, dass juden gierig und der ursprung allen übels sind (und noch vieles mehr). ich denke da nur an die erwähnung der protokolle der weisen von zion in den statuten der hisbollah.

    um auf „mein problem“ zurückzukommen: es ist irrelevant, welche bewegungen als beispiel herangezogen werden und welche ideologie oder konfession sie „vorschieben“. ich bin dennoch der meinung, dass die hamas eine radikale bewegung ist, die sich eher weniger für soziale errungenschaften denn für dumme militarisierung und gewalt einsetzt. oder gibt es forderungen wie menschen- und meinungsrechte seitens der hamas?

  7. Naja, Thema Islamisierung: Ja, es gibt auch ncoh nicht-moslemische Zuwanderer, keine Frage, aber den auffälligsten und zahlenmäßig wahrscheinlich stärksten Anteil macht zB sicher Familiennachzug aus der Türkei und den Balkanstaaten aus. Und da sind sehr viele Zuwanderer eben moslemischen Glaubens, man braucht sich ja nur anschauen, wieviele Kopftücher in Wien herumlaufen, verglichen mit ländlicheren Regionen. Und mit deren Kultur kommt nun mal auch deren Glauben ins Land: Eine scharfe Trennlinie zwischen Traditionen (Kopftuch! Keine Koranvorschrift) und religiösen Lehren da zu ziehen ist wohl schwer. Aber ich denke, man darf ruhig kritisch hinterfragen, dass der Koran immer noch den Anspruch erhebt, ein komplettes Gesellschaftssystem zu sein.

    Beim Thema Hamas/Hisbollah – diese Gruppierungen halte ich auch für völlig verheerend für die Entwicklung der Region. Oft ist es bei solchen Terrorgruppen ja so, dass wenigstens die Führungsspitze klar denkende Leute sind, die ein politisches/wirtschaftliches Ziel verfolgen – und sich eben irgendwelcher blinden Fanatiker bedienen. Aber bei den beiden habe ich das starke Gefühl, dass sogar die Obermuftis religiöse Fanatiker sind, die nicht mal mehr sehen, dass sie sich selbst vernichten, wenn sie so weitermachen – denn man sieht ja grad, dass Israel nicht zimperlich ist. (wobei man denen ja auch vorwerfen muss, dass sie immer noch große Teile des Palästinenserlandes völkerrechtswidrig besetzt halten – wenn sie da nicht einlenken, kanns gar keinen Frieden geben)

  8. urbaninside Says:

    „den Balkanstaaten aus. Und da sind sehr viele Zuwanderer eben moslemischen Glaubens“
    da widerspreche ich dir wehement. die größte minderheit in österreich sind – die deutschen. und dass „viele“ aus dem balkan moslemischen glauben sind, ist schon mal gar nicht wahr, denn der islamische glaube existiert dort nur in bosnien-hercegowina und kosovo, und im ersteren land sind nicht einmal die hälfte der bevölkerung moslems, knappe 2 millionen.

    vieles wird auch herbeigeredet.

    „braucht sich ja nur anschauen, wieviele Kopftücher in Wien herumlaufen“

    kopftücher laufen nicht herum, und eine frau auf ihren kopfschmuck zu reduzieren kotzt mich als feministen ehrlich gesagt mächtig an. was hast du mit dieser aussage vor? frauen mit kopftüchern zu sagen, dass das doof ist? hallo, euer glaube ist dumm und ihr werdet unterdrückt?
    das ist eine sehr problematische ausdrucksweise, die ich hier lesen muss.

  9. Dass die größte Minderheit in Österreich die Deutschen sind, ist mir durchaus klar, ich kenne die Statistiken. Aber wieviel der zugewanderten Deutschen integrieren sich kaum? 😉 Und da ich ja weiß, dass du dich viel in Wien aufhältst – du müsstest doch wissen, wie es in Wiener Volks- und Hauptschulen aussieht. 70, 80 % Migrantenkinder, teilweise in dritter Generation, die kaum Deutsch sprechen. Und diese Entwicklung soll einem keine Sorgen machen?

    Und zum Thema Kopftuch: Ich habe das bewusst flapsig formuliert und bin etwas enttäuscht. Gerade du als Feminist solltest doch eigentlich das Kopftuch verteufeln wie kaum ein zweites Symbol. Ich mache die Frauen nicht gleich, die werden von ihren Männern und Vätern eines großen Teils ihrer Identität beraubt – als Steigerungsform kennt man ja die Burka. Das hat nichts mit Glauben zu tun (AFAIK keine Koranvorschrift, lediglich Tradition in den meisten muslimischen Ländern) – das ist einfach ein brutales Symbol für die Zweitrangigkeit der Frau. Kennst du eine einzige „westliche“ Frau, die frewillig und unbeeinflusst (!) so etwas in der Öffentlichkeit immer tragen würde, ihre Ausdrucksmöglichkeiten, ihre sexuelle Attraktivität so einschränken würde … ? Sind die muslimischen Frauen, die aber genau das tun, also genetisch anders? Oder ist es nicht wahrscheinlicher, dass sie von ihrem patriarchalischen Umfeld so darauf getrimmt werden? (müssen ja nicht gleich Schläge sein, was aber auch vorkommt, aber wenn von Klein an einem dieses Verhalten eingetrichtert wird …?)

  10. urbaninside Says:

    ich lasse mal das thema migration in schulen und sprachkenntnisse beiseite, bin schon lange mehr in keiner schule gewesen und noch nie in einer wiener, also habe ich nicht viel dazu zu sagen.

    jedoch zum kopftuch. ich sehe das viel weniger als symbol der unterdrückung denn als ausdruck von a) religiosität und b) einer kulturellen identität. das erstere ist jedoch meist im zweiteren impliziert, sodass es eh sehr selten voneinander getrennt wieder gefunden werden kann.
    aber ich sehe es explizit nicht als symbol der unterdrückung, zumindest nicht „an sich“, schließlich gibt es auch sehr viele frauen (mittlerweile), die bewusst und voller stolz das kopftuch tragen. das ist dann für sie ein symbol von macht, die sie selber besitzen.
    jedoch stimme ich dir sicher zu, dass viele dazu gezwungen werden und das ist dann auch das eigentliche dilemma: ich gehe davon aus, dass frauen im nahen osten durchaus in einer patriarchalischen gesellschaftsstruktur aufwachsen und sich an den werten innerhalb dieser orientieren. die sozialisation ermöglicht ihnen beinahe kaum eine orientierung an werten, die wir „westlich“ oder „frei“ nennen würden und die wir so hoch halten – das sind werte, die sie nicht einmal identifizieren können.
    also tragen sie das kopftuch, einerseits zwecks zuschreibung, also der schaffung einer identität als weibliches gesellschaftsmitglied und andererseits als ausdruck von zugehörigkeit zum kulturellen raum. und worauf ich letztlich hinauswill: frauen in islamischen ländern werden selten (sage ich mal so salopp) zum kopftuch tragen gezwungen, sie tragen es, wenn auch widerwillig, aber es ist wie das turnschuhe tragen bei uns: es gehört dazu.

    allerdings: dass es ein problem aus meiner sicht ist, werde ich nicht leugnen. aber das kopftuch als bekleidungsstück zb in österreich will ich nicht verbieten. außerdem schockt es mich, dass du das fehlen der „sexuellen Attraktivität“ von frauen bedauerst, wenn sie das ding am kopf haben. das ist mir sehr wurscht, obwohl ich mir gerne meine freundin ansehe, die ja attraktiv ist. das setze ich aber nicht als merkmal des weiblichen voraus.

  11. richie10x6 Says:

    Ich möchte euch drei hiermit einladen noch eine Runde das thema zu diskutieren. Ich habe mir da irgendetwas simultanes in einem Public Chat vorgestellt. Hättet ihr daran interesse?

  12. urbaninside Says:

    klar.
    wird aber eher unmöglich sein, da wir zwei uns nie oder selten gemeinsam zeit nehmen können. obendrein: zu welchem zweck?

  13. Klar, wär mir durchaus recht, ich diskutiere das Thema gerne und ausführlich. Wollte jetzt gerade die Antwort drauf schreiben. Gemeinsam online zu kommen, sollte eigentlich kein Problem sein. Abends fast immer möglich!

  14. Gerade gefunden: Sehr interessanter Artikel zum Thema Kultur/Islamisierung/etc.:

    http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/442741/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

  15. almedin Says:

    „Riegler schätzt den Anteil von Kindern, die von ihren Eltern in die Türkei oder nach Ex-Jugoslawien gebracht werden (…) auf ’30 bis 40 Prozent'“

    das halte ich für wahnsinnig übertrieben. ich höre überhaupt zum ersten mal von diesem phänomen, womit ich es aber nicht leugnen will. ich bin ja selber ein kind der zweiten generation und kenne nur meinen cousin, der „großteils“ in seinem heimatland groß geworden ist – aber sehr gut deutsch spricht.
    außerdem ist es sehr gefährlich, mal eben den familien zu sagen, dass ihr kind weniger zeit im ehemaligen heimatland verbringen soll. mit fünf, sechs jahren gab es für mich nichts schöneres, als unten bei meinen großeltern zu sein. hätten mir das irgendwelche koffer damals genommen, ich wäre auf die barrikaden gegangen. ganz nebenbei ist es furchtbar für die weitere entwicklung eines menschen, wenn er weiß, er kommt aus dem „ausland“ – und sollte doch nicht so oft da sein, wegen jobchancen, sprachkenntnissen, etc.

    jedoch: bildung und soziale werte werden vererbt und da nehme ich die familien wirklich nicht in schutz, im gegenteil: ich bin ein großer befürworter der gesamtschule. in diesem schulmodell gibt es nicht einmal die möglichkeit zur bildung von ethnischen gangs, da eine klasse schon mal ganz anders strukturiert und unterrichtet wird. wer nicht mit jedem kommuniziert, ist dann selber schuld.
    die „konservative“ einstellung der familien, die ja auch vererbt wird und eben zur bildung eines horizonts innerhalb der eigenen kultur und ethnie führt, ist genau so ein horror – die ständigen „tschuschen“- und „ausländer“-aussagen der „wirklich“ österreichischen bevölkerung aber stehen ihr um nichts nach.

    zum chat: gerne. aber eher unmöglich. bleiben wir lieber bei diesem blog, so kann ich mir die zeit besser einteilen.

    ps: mein blog ist viel besser (urbaninside.wordpress.com)!

  16. Ich kanns absolut verstehen, dass du natürlich das Bedürfnis hattest, den Kontakt zu deiner alten Heimat nicht abzureißen lassen – das ist nur natürlich und per se nicht schädlich, eher im Gegenteil – wenn man auch offen ist für das Land, in dem man sein neues Leben begründet. Dürfte ich fragen, in welchem Land du deine Wurzeln hast?

    Das Kernproblem liegt mE einfach darin, dass viele der Zuwanderer (vor allem diejenigen aus dem Nahen Osten bzw. Teilen des Balkans) aus einem gänzlich anderen Kulturraum kommen, sowohl im Hinblick auf Religion, als auch auf Traditionen, Riten etc. Und das führt zwangsläufig zu Spannungen, wenn da Konzepte wie Ehre, Patriarchalismus etc. auf westliches Leistungsdenken inkl Recht auf freie Meinungsäußerung, körperliche Unversehrtheit etc. treffen. Da sind wir beim Thema „Vererben“ – aufgrund der Verschiedenheit der Kulturen schottet sich die Minderheit mittlerweile ab, wie mans in Wien schon oft genug erlebt und vererbt diese Verhaltensweisen eben weiter. Was das Problem nur hinauszögert bzw. teilweise noch verschlimmert – man begegnet ja schon genug Migrantenkindern, die weder Deutsch noch die ursprüngliche Sprache ihrer Familie ordentlich beherrschen – ich wünschte, ich bekäm jedesmal zehn Cent, wenn ich in der U-Bahn jemanden „Ich fahr grad Leopoldau“ gefolgt von ein paar Worten in der eigenen Sprache und dann wieder Deutsch, sagen höre. Das ist jetzt schon eine nahezu verlorene Generation!

    Die „Tschuschen“- und „Ausländer“aussagen der Österreicher möchte ich dabei auch nicht ganz unkommentiert lassen. Keine Frage, es gibt auch in Österreich Rassisten, inbesondere unter den älteren Leuten – die sind in ihrem Weltbild schon zu verstockt, als dass man noch viel ändern könnte. Aber unter den Jüngeren muss ich ehrlich zugeben, kommt mir so etwas seltener unter, da überwiegt die „Mir ist egal, wo jemand herkommt, hauptsache er tut mir nix“-Einstellung. Oder hast du da andere Erfahrungen?

    Noch zum Thema Kopftuch: Äh. Wär ich deine Freundin, wär ich jetzt beleidigt, muss ich ehrlich sagen. Was ist denn die Definition des Weiblichen? Die Sexualität? Oder irgendwelche von der Gesellschaft geformten Erwartungshaltungen? (rosa tragen? keck sein, aber nicht zu direkt? Shoppen gehen?) Und ich frage nochmal: Kennst du eine einzige Frau, die – nicht kulturell oder religiös indoktriniert, hier aufgewachsen – ihr Leben lang in der Öffentlichkeit so ihren Kopf verhüllen würde? Ich kenne welche, die sich fast Glatzen schneiden lassen, ich kenne welche, die freche Bänder oder Hauben tragen – aber ich kenne niemanden, der sich so eines Teils seiner Identität berauben lässt….

  17. urbaninside Says:

    nun, „das weibliche“ will ich nicht definieren, da es das ja nicht gibt. genau so wenig wie „das männliche“. das sind alles ausgüsse von stummen zwängen und einem gesellschaftlichen, stillschweigend angenommenen konsens. es ist ja nicht so, dass ein weibliches geschlecht dich gleich hübscher als mensch im ganzen macht. es ist eher so, dass der „mann“ dann gerne sagt: frauen sind halt hübsch(er). also sehe ich das hübsch-sein nicht per se als element einer weiblichen identität. selbst das stolze zur schau stellen langer haare oder tiefer dekolletes sind nicht „das“ weibliche, sondern eher eine der wenigen möglichkeiten, sich innerhalb gesellschaftlicher rahmenbedinungen als selbstbewusst zu präsentieren – und zwar selbstbewusst als frau. wirklich emanzipatorisch wäre natürlich eine frau mit kurzen haaren und behaarten beinen. dass mir persönlich das nicht gefällt, nun, der machochismus ist auch teil meiner und auch deiner erziehung.

    und ich denke da nur an nonnen, die sich ihren kopf und einen großteil ihres körpers verhüllen. das wird aber eher weniger als maßnahme der unterdrückung von frauen verstanden, sondern als zeichen der persönlichen religiosität. was ich immer noch ein wenig seltsam finde.

    und überhaupt bin ich weniger am aussehen der geschlechter interessiert, als an ihrer wirklichen emanzipation, und diese lässt sich viel deutlicher innerhalb des produktionsprozesses sehen. sehen wir uns nur die doppelbelastung der frauen an: zwar gehen sie arbeiten, oft vollzeit, aber viel zu oft teilzeit, und zwar nicht aus faulheit, sondern weil essen kochen, die wohnung sauber halten, das kind großteils erziehen usw. immer noch von ihr erwartet wird bzw. es sie sich irgendwie auch (in vorwegnahme dieser erwartung) selber aufbürgt. das sind die wirklichen unterschiede zwischen mann und frau, nämlich die art und weise, inwiefern diese diskriminiert werden. und da werden frauen in doppeltem maße diskriminiert: bildung und arbeit, heim und familie; öffentliches selbstbewusstsein, private zuverlässigkeit; usw.
    wir erinnern uns an die binsenweisheit aus der schule, dass die mädels fleißiger sind. und wenn eine mal aggressiv und pöbelhaft ist, na, die is so „knabenhaft“..

    wie dann kopftücher „wirken“, glatzen mir gefallen, was meine freundin dazu zu sagen hat: das erscheint mir (noch) als zweitrangig.

    zur sprache möcht ich noch eines sagen, nämlich dass ich die sg. verschandelung ala „ich fahr jetzt leopoldau“ nicht für wirklich schlimm halte. dass mangelde sprachkenntnisse erwartet werden bei solchen aussagen, das lässt sich nicht vermeiden. aber auch hier erinnere ich an die phönomenalen auswüchse wie LOL, ROFL, gruscheln, simsen, etc.
    es ist auch so, dass sprache in meinen augen immer mehr funktionalistisch statt ästhetisch eingesetzt wird. das ist eher ein gesamtgesellschaftlicher trend, von wegen: gesteigertes nervenleben. da gehen feinfühligkeiten schon mal unter.

    um aber wieder auf deinen ansatz einzuschwenken, die deutsche sprache werde durch die vererbung innerhalb migrantischer communities nie richtig erlernt: das stimmt und da stimme ich dir vollkommen zu. was aber noch dazugesagt werden muss, ist, dass es a) keine oder sehr wenige anreize zum erlernen der deutschen sprache gibt, also quasi: was soll ich damit? geht ja auch ohne. und b) die migrantInnen meinen ausführungen von den vorigen einträgen nach mit anderen problemen kämpfen müssen, so zb endlich einen gleichwertigen platz in der arbeiterInnenklasse zu bekommen und nicht nur temporäre zeitarbeiterInnenjobs auszuüben oder auch mal im parlament, im betriebsrat oder im gemeinderat zu sitzen.
    andererseits: mit besseren sprachkenntnissen könnte man punk b) bestimmt leichter erreichen.. das ist wohl das dilemma.

  18. Bei der Sprache sind wir uns ja größtenteils einig – wobei ich eben die Migranten zu mehr Selbstverantwortung anhalten würde: Das Argument, es gäbe keinen Anreiz, die Landessprache zu lernen, dürfte einfach nicht ziehen. Es sollte doch eigentlich nicht mal diskussionswürdig sein, dass man die Sprache des Landes, in dem man seinen Lebensmittelpunkt hat, beherrscht – in allererster Linie schon im eigenen Interesse. Wie du schon sagst, viele Migranten bekommen einfach keine besseren Jobs, weil sie die dafür nötige Sprache einfach nicht beherrschen. Und da stelle ich mir bei vielen schon die ganz provokante Frage: Warum ist jemand hier, den offensichtlich nichts mit dem Land und seiner Kultur (Sprache uA) verbindet und der hier offensichtlich auch keinerlei Ambitionen hat, die über Tellerwäscher hinausgehen (sonst würde er ja schon aus praktischen Erwägungen die Sprache lernen?!)? Weil die prekäre Situation, in der so manche Migrantencommunity steckt, nützt auch niemandem, im Gegenteil: Dem Staat (= dem Gemeinwesen) kosten Unqualifizierte, die ihr Dasein oft als Arbeitslose fristen, viel Geld und die betroffenen Personen selbst kommen im Gegenzug nicht selten mit dem Gesetz in Berührung, weil innerhalb ihrer Community andere Regeln gelten. Also warum versuchen diese Leute nicht, sich da rauszuziehen? Seitens des Staates gibt es keine Hürden und ich kenne auch nur wenige Unternehmer, die einen wirklich guten und fähigen Menschen nur wegen seines Namens nicht einstellen würden.

    Zum Thema Frau: Das Weibliche braucht keine Definition, das Weibliche ist von der Natur vorgegeben, das ist das Geschlecht. Praktisch alles andere, was man mit „weiblich“ assoziiert, ist hingegen lediglich das Resultat gesellschaftlicher Entwicklungen (als einzige Ausnahme würde ich hingegen vielleicht das Sexualverhalten sehen – das ist die einzige Konstante, die sich durch nahezu die gesamte Menschheitsgeschichte zieht – dass Männer tendenziell mehr Sexualpartner haben und auch suchen – was ja biologisch begründbar ist und der Mensch kann seine Herkunft vom Tier nicht leugnen).

    Dass du von Emanzipation sprichst, ist gut, da kann ich eben den Konnex zum Kopftuch ziehen: es ist das genaue Gegenteil von Emanzipation, dass die Frau aus gesellschaftlichen Gründen ihr Haupt und damit einen Teil ihrer Persönlichkeit und Sexualität verbergen muss (ich erachte das „stolze Tragen“ des Kopftuches eher als Resignation: es abzunehmen, ist nicht möglich, also machen wir das beste daraus) – warum muss sich Frau so für Andere weniger attraktiv machen (Persönlichkeit hin oder her, es entsteht auf erstem Blick der Eindruck einer Uniform), Mann hingegen nicht?

    Die Doppelbelastung ist eine Sache, die in unserer modernen Gesellschaft das wahrscheinlich größte Problem der Frauen ist bzw wird (obwohl sich schon Vieles gebessert hat), da hast du Recht – und sie liegt in der Natur der Frau: Sie hat aus rein biologischen Gründen (das Austragen, Gebären und Stillen) die engere Bindung zum Kind und will sich daher natürlich um es kümmern. Andererseits muss Frau die Möglichkeit haben, sich selbst zu verwirklichen, was allerdings durch die Schwangerschafts- und Karenzpause wesentlich erschwert wird. (jedoch muss man es auch akzeptieren, dass sich viele Kleinunternehmer eine Schwangere schlicht nicht bzw. nur schwer leisten können, das sind einfach wirtschaftliche Gegebenheiten). Das Ideal wäre hier natürlich eine Welt, in der es kaum mehr stupide Fließband- bzw. unmenschlich anstrengende körperliche Arbeit gibt und somit die Kinder mit der Mutter an den Arbeitsplatz können, dort mit der Mutter mitleben etc. – täte auch der Kindesentwicklung unglaublich gut, ich kenne da einige Beispiele. Leider sind die Voraussetzungen für so etwas noch nicht geschaffen, daher muss hier seitens des Staates soviel wie möglich getan werden, um den Frauen die Vereinbarung von Beruf und Kind so leicht wie möglich zu machen. Agree.

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